Dienstag, 15. März 2011

Wach werden: Was kann ich tun?


Vorhin verpackte ich Single-Portionen frisch zubereiteter Speisen, um sie im Tiefkühlschrank zu verstauen. Essensvorräte für mehr als zwei Wochen. Sogar das Katzenfutter für meinen Tiger reicht lange. Wie wohlhabend ich doch bin …
Fürs Kochen brauche ich Strom, zum Kühlen auch.
Woher kommt dieser Strom, woraus wird er gemacht?
Ich dachte an … Japan.
Nach der Naturkatastrophe nun die atomare Katastrophe.
Wie grotesk: Ausgerechnet das Volk, das durch Atombomben so viele Menschen verloren hat, wird durch „zivilisierte Atomkraft“ massiv bedroht. Die weltweiten Folgen – wer kann sie auch nur erahnen?
Ich stellte mir vor, ich sei „Das 5. Element“ und schaue im Zeitraffer ganz aktuelle Fernsehbilder an: Japan … Libyen: der selbsternannte Wüstenkönig, der gegen sein eigenes Volk kämpft – der Rest der Welt hält still. Tanken bei Tamoil, einer Tochtergesellschaft des libyschen Staatskonzerns Oilinvest, Gaddafi & Co danken – wer verdient in anderen multinationalen Ölkonzernen? - wir halten still. Afghanistan: Krieg, Selbstmord-Attentate, Armut und Elend – der Rest der Welt hält still. Elend und Besatzung im Irak – wir hören kaum noch etwas von dort – wir halten still. Irak? Wir halten still. Die Öl-Katastrophe an der US-Küste – war die nicht erst kürzlich? – wir halten still. Ölverseuchte Regionen in Entwicklungsländern – wir halten still. In Haiti leben noch immer Tausende nach dem Tsunami in – höflich gesagt – „Notunterkünften“ – wir halten still. Lebensmittel werden zu „Bio-Gas“ und „Bio-Sprit“ verarbeitet und verbrannt – wir halten still
… wir halten still.
Im „wir“ steckt das „ich“. Auch ich halte still. Aber vielleicht sind ja Nachdenken und wach-werden erste Schritte, um zu re-agieren.
Gebete allein sind  wohl zu wenig...
Nachdenklich - Verona

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